Ein Jubiläum: 100 Jahre Esperanto in Augsburg
(Samstag, 3.Mai und Sonntag, 4. Mai)
Drei Gründe veranlassten mich, für das Wochenende vom 04. zum 05. Mai 2008eine Fahrkarte nach Augsburg zu kaufen:
- 100-jähriges Jubiläum des Esperanto-Sprachklubs in Augsburg
- 100-jähriges Jubiläum des Deutschen Esperanto - Instituts
- Frühjahrs - Tagung der Bayrischen Esperanto - Liga
Um rechtzeitig zum Programm - Beginn in Augsburg zu sein, musste ich schon früh aufstehen; in Nürnberg traf ich meinen Freund Frank; zusammen war die Fahrt nach Augsburg doch schöner. Nahe beim Hauptbahnhof erreichten wir unseren Treffpunkt im Tagungszentrum der Ev. Diakonissenanstalt.
Das Programm begann mit einem Empfang des Oberbürgermeisters im Fürstenzimmer des Rathauses; Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl berührte in seiner Ansprache die schon lange bestehenden wirtschaftlichen und kulturellen Verflechtungen seiner Stadt mit den neuen globalen Anforderungen - und dazu gehöre auch Esperanto als internationale, Völker verbindende Sprache.
Anschließend wurde in einer Mitgliederversammlung über Interna gesprochen; nach dem Mittagessen zeigte uns Jomo Ipfelkofer in einem kurzen Stadtrundgang „Ni promenas kun Bert Brecht“ (in Esperanto) die Schönheiten seiner Stadt. Parallel dazu trafen sich die Fachleiter des Deutschen Esperanto - Instituts zu einem Fachgespräch.
Nach dem Abendessen versammelten wir uns zum Festabend im großen Saal des Tagungszentrums; die musikalische Gestaltung des Programms übernahm der Chor „Sammelsurium Musicum“ unter der Leitung von Andrea Nußbächer.
Nach der Begrüßung und der Verlesung verschiedener Grußworte durch Stefanie Tucker unternahm Stefan Maul einen Streifzug durch „100 Jahre Esperanto in Augsburg“ von den Anfängen noch vor dem 1. Weltkrieg über die Zeit 1933 - 1945, als diese Sprache bei uns verboten war, bis zum heutigen Zeitpunkt. Als Höhepunkt erfolgte die Eröffnung des neuen Treffpunkts des Esperanto - Sprachklubs am folgenden Tag in Augsburg – Hochzoll.
Anschließend sprach der Festredner Prof. Dr. Martin Haase über das Thema „Sprachenvielfalt“ (in deutsch). Anhand von sehr anschaulichen Beispielen wurden einige Verwandtschaften und Struktureigenschaften dargestellt und dabei natürlich immer wieder auf entsprechende Elemente des Esperanto bezogen.
Nach einer Pause hieß ein vorwiegend musikalischer Vortrag „Esperanto ist international – wir auch!“, in dem unser Gast aus Frankreich, Jacques Le Puil mit seiner Gitarre, Chansons in Esperanto vortrug, umrahmt von 10 Esperanto - Freunden aus 10 verschiedenen Ländern.
Abschließend wurden Grüße aus Bourges und Liberec vorgetragen, den Partnerstädten von Augsburg. Reicher Applaus belohnte alle Mitwirkenden.
Frank und ich übernachteten in der Jugendherberge; am anderen Morgen trafen wir nach einem Spaziergang durch die schöne Innenstadt unsere Freunde im Tagungszentrum und gelangten von dort aus mit einem städtischen Omnibus nach Augsburg - Hochzoll zum neuen Treffpunkt des Esperanto - Sprachklubs Augsburg; dort feierten wir auch seine Einweihung.
Nach einem Weißwurst – Frühstück, begleitet durch Akkordeonklänge von Helmut Obele, berichtete Christel Kindler in einem Lichtbildervortrag über die Reise der Esperanto-Gruppe Forchheim nach Gherla und sprach über „Städtepartnerschaft mittels Esperanto am Beispiel von Forchheim und Gherla / Rumänien“.
In der nachfolgenden Pause konnten wir selbstgebackene Torten unserer Augsburger Gastgeber probieren.
Abschließend sprach Mramba Simba Nyamkinda aus Tansania über „Lebensbedingungen in Tansania – Hilfe durch Esperanto?“ (in Esperanto). Detailliert wurden die Probleme beim Brunnenbau, bei der Unterstützung von Waisenkindern, bei dem Bau einer Mittelschule und bei einem Mikrokreditsystem dargestellt und auch finanzielle Lösungsmöglichkeiten erläutert.
Dann drängte die Zeit, mit einem städtischen Bus erreichten wir rechtzeitig den Hauptbahnhof und fuhren heimwärts, immer noch mit den Gedanken bei dem, was wir in den beiden Tagen alles erlebt hatten.
Liebe Stefanie Tucker, lieber Gerald Tucker, lieber Jomo Ipfelkofer, lieber Stefan Maul, lieber Armin Grötzner, Euch vielen Dank für die beiden schönen Tage in Augsburg, für die sehr schöne und interessante Programmgestaltung, für den großen für uns unsichtbaren Vorbereitungsaufwand und für den sehr guten Verlauf der einzelnen Veranstaltungen. Ich freute mich auch sehr darüber, dass so viele Esperanto-Freunde Eurer Einladung gefolgt sind..
Gerhard Klingenhöfer
Erlangen
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