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Bernd Krause

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Gemeinsamer Zamenhoftag der bayerischen Esperantoortsgruppen

am Samstag, den 11. Dezember 2010 in Kronach (Oberfranken)

 

 

 

 

 

 

Fast hätten die Schneefälle des vergangenen Wochenendes die Mitte Dezember übliche Zusammenkunft der bayerischen Esperanto-Freunde, diesmal am 11.12., auf der Festung Rosenberg ob Kronach, zunichte gemacht. Schließlich haben aber dann doch noch rund 25 Vertreter der Esperantogruppen aus München, Augsburg, Pfaffenhofen, Nürnberg, Forchheim, Bamberg und natürlich auch die Kronacher selbst dem Wetter getrotzt.

 

 

In jedem Jahr wird weltweit um den  15. Dezember herum der Geburtstag von Ludwig Zamenhof begangen. Nachdem im vergangenen Jahr anlässlich des 150. Geburtstages Zamenhofs eine größere Veranstaltung in München den traditionellen Zamenhoftag ersetzt hatte, feierte auch BELO in diesem Jahr wieder mit. BELO-Vorsitzender Bernd Krause betonte die Wichtigkeit dieser Tradition. Im Rahmen seiner einführenden Worte wurden auch gemeinsame Grüße an das BELO-Ehrenmitglied Franz Okelmann formuliert, der an diesem Tag seinen 97. Geburtstag beging. Außerdem galt es, Grüße aus dem Bayerischen Kultusministerium zu verkünden, wo BELO ja seit einiger Zeit in Ministerialdirigent Walter Gremm einen festen Ansprechpartner hat.

 

 

 

Der eigentliche Vortragsteil war dann zweigeteilt. Zunächst konnte Gosbert Gehlert eindrucksvoll die bis auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurückreichenden Aktivitäten der Kronacher Esperanto-Freunde aufzeigen. Einzelne Zusammenkünfte in Kronach, angeregt durch BELO, den DEB und sogar den Esperanto-Weltbund UEA bildeten dabei die Höhepunkte für die Kronacher. Lebendig sind auch die Verbindungen der in der Volkshochschule beheimateten Esperantogruppe zu ausländischen Freunden und den Gruppen in Kronachs Partnerstädten. 

 

 

Der Vortrag von Armin Grötzner hob Zamenhofs Einbindung sowohl in die idealistischen Bestrebungen seiner Zeit wie auch in die sprachpraktisch ausgerichteten hervor. Denn mitten im Zeitalter des Nationalismus bemühten sich der Schöpfer des Roten Kreuzes, Henri Dunant, die beiden mit dem Friedens-Nobel-Preis geehrten Esperanto-Befürworter Bertha von Suttner und Alfred Herrmann Fried und auch der Neubegründer der Olympischen Spiele, Pierre de Coubertin, um Frieden und Völkerverständigung.

 

 

Die sprachliche Orientierung jenes Jahrhunderts war bestimmt durch Franz Bopp, der die Verwandtschaft der indogermanischen Sprachen herausstellte, Jacob Grimm mit seinen Darstellungen zur deutschen Sprache, Friedrich Dietz mit der Grammatik der romanischen Sprachen und durch den Kronacher Forscher über die keltischen Sprachen, Johann Kaspar Zeuß.

Wie Zamenhof sein „Esperanto“ für die ganze Welt, schuf auf der Grundlage historisch vorhandenen Materials Elieser Ben Yehuda für das heutige Israel die neuhebräische Sprache, das Ivrit.

 

So wie Zamenhof eingebunden war in die Bestrebungen seiner Zeit, sollten auch die Esperanto-Freunde teilnehmen am Leben und den Interessen ihrer jeweiligen sozialen Umwelt, forderte Grötzner seine Sprachfreunde auf. Als Beispiel führte er die Aufgeschlossenheit für die Diskussion um die von ihm als „bedeutende Kronacher“ genannten Lucas Cranach, Johann Kaspar Zeuß und den Bildhauer Heinrich Schreiber an.

 

 

Ein trotz winterlicher Verhältnisse hervorragend geführter Gang durch die Festung Rosenberg sowie die anrührende Darbietung fröhlicher und auch besinnlicher Lieder durch die „Kroniche Maala“ – zwar nicht auf Esperanto, jedoch in lokaler fränkischer Mundart, was nicht minder unterhaltsam war – rundete die Veranstaltung ab. – Das nächste Treffen der Bayerischen Esperanto-Liga wird am 21. Mai  2011 in Augsburg stattfinden.

 

Armin Grötzner / Bernd Krause

 

Fotos: Franz Knöferl

 

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