Neues aus dem Arbeitskreis „Esperanto“ der VHS Kronach Juni 2007
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Bei der letzten Zusammenkunft des Arbeitskreises Esperanto der Kronacher Volkshochschule berichtete zunächst Brunhilde Lorenz von der u.a. vom Kronacher Partnerschaftskomitee organisierten Pfingstfahrt nach Hennebont. Dabei konnte sie auch die Mitglieder des dortigen Esperantoklubs treffen und deren Grüße nun an die Kronacher Freunde zurückbringen. Wie erinnerlich, kam ja die Städtepartnerschaft Kronach-Hennebont wesentlich durch die Vermittlung der in beiden Städten existierenden Esperantogruppen zustande.
Mit großer Freude konnten an diesem Abend die Mitwirkenden im Arbeitskreis das Erscheinen des weltweit umfassendsten Wörterbuches der Internationalen Sprache begrüßen. Das schon lange erwartete Arbeitsmittel für Übersetzungen aus dem Deutschen ins Esperanto wird der Gruppe bei den wöchentlichen Sitzungen gute Dienste leisten.
Erarbeitet hat das im Hamburger Helmut-Buske-Verlag erschienene 1679 Seiten starke Werk mit über 160.000 Stichwörtern der Sprachwissenschaftler Erich-Dieter Krause. Neben dem „Okelmann“, einer für die schnelle Arbeit sehr nützlichen Wörterliste aus Bayreuth, ist der „Krause“ den Kronacher Sprachfreunden schon seit Jahren mit dem kleineren deutsch-esperanto-sprachigen Lexikon sowie dem Wörterbuch Esperanto-Deutsch eine wichtige Hilfe sowohl beim Übersetzen aus dem Esperanto ins Deutsche wie umgekehrt.
Eine Sprache – und eine sie tragende Sprachgemeinschaft – kann, wenn sie überleben will, ohne Bücher nicht auskommen, stellte der Sprecher der Kronacher Gruppe, Armin Grötzner, fest. Zu den Erwerbungen der neueren Zeit durch die Gruppe bzw. einzelne Gruppenmitglieder gehören z.B. auch das in Paris erschienene einsprachige „Vollständige Wörterbuch des Esperanto“ (Plena Ilustrita Vortaro de Esperanto), aus Rotterdam das „Kurzgefasste Herkunfts-Wörterbuch“ (Konciza etimologia vortaro) von André Cherpillod, das französisch-ungarische Gemeinschaftswerk „Vollständige analytische Grammatik des Esperanto“ (Plena analiza gramatiko de Esperanto) oder die Untersuchung zu Redewendungen in Esperanto (Esperanto frazeologio), mit der sich die Professorin Sabine Fiedler an der Universität Leipzig habilitiert hat. Unter ihren esperantosprachigen Bücherschätzen sind die Kronacher Sprachfreunde besonders stolz auch auf den Erwerb des jünst beim Georg-Olms-Verlag (Hildesheim / Zürich / New York) erschienenen vollständigen Nachdrucks der ersten Esperanto-Zeitung der Welt, „La Esperantisto“, Nürnberg 1889-1895. Diese Zeitung musste seinerzeit ihr Erscheinen einstellen, nachdem durch ein Verbot der zaristischen Zensur nach einem Artikel von Leo Tolstoj die russische Leserschaft weggebrochen war. Nun wurde sie als wichtiges Dokument aus den Anfangsjahren des Esperanto wieder nachgedruckt.
Außerdem ist „mit seiner Original- und Übersetzungsliteratur, die Sprachgemeinde der Esperantofreunde reicher als viele von den etwa 6000 Sprachgemeinschaften, die in der Welt existieren“, betonte Armin Grötzner vor den Mitgliedern des Arbeitskreises. Einige der wertvollen Bücher befinden sich im Besitz der Kronacher. „Selbst wenn die Sprache untergehen würde,“ stellte Grötzner fest – derzeit ist ja unter dem wirtschaftlichen und politischen Druck von Großsprachen ein solches Sprachsterben rund um den Globus zu beobachten – „käme mindestens die intellektuelle Welt nicht umhin, sich mit dem Phänomen dieser Sprache zu befassen!“
Armin Grötzner
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