Der Europatag der Sprachen 2008 - Thema im AK Esperanto der Volkshochschule Kreis Kronach

 

 

Rechtzeitig vor dem Europatag der Sprachen am 26. September 2008 trafen sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe Esperanto zu ihrer ersten Sitzung im Wintersemester der Kronacher Volkshochschule. Außer über den  Arbeitsplan für die nächste Zeit wurde dabei auch über die sprachenpolitische Situation und die Lage der Esperantobewegung diskutiert.

Angesichts der Vielsprachigkeit in Europa werden von den europäischen Instanzen,  politischen Gruppierungen, Bildungsverantwortlichen  und Wirtschaftsvertretern eher verwirrende „Lösungen“ dekretiert. „Multilingualität“ – gelegentlich als Beherrschung von zwei oder gar drei Fremdsprachen definiert –  wird gegen eine „gemeinsame Sprache“ in Stellung gebracht. Realitäten wie Lernfähigkeit und Lernmöglichkeiten, Zeit- und Geldaufwand, die Notwendigkeit für oder Neigung zu nicht unbedingt lernplankonformen Sprachen, der Unterschied zwischen großen, „wichtigen“, und kleinen, also für das Bewusstsein der Masse vernachlässigenswerten Sprachen, werden kaum zur Kenntnis genommen. „The most spoken language in the world ist broken English“, zitiert die Konrad-Adenauer-Stiftung Henry Kissinger und wendet sich deshalb dagegen, Englisch als „Lingua franca“ zu akzeptieren, ganz im Gegensatz zu Politikern, die eben auf diese Lingua franca abfahren – falls sie sich überhaupt auf das ihnen nicht geheure und ungeliebte Gebiet der Sprachenpolitik einlassen. Und das große Publikum? Jede und jeder ist betroffen, und doch scheint sich kaum jemand ernsthaft zu interessieren, so wenig übrigens wie für eine Einigung Europas überhaupt.

Damit hängt, so die Meinung im Arbeitskreis, auch zusammen, dass Esperanto so wenig wahrgenommen wird: Man kennt es nicht –  trotz 120-jähriger Entwicklung –, angeblich spreche es auch niemand, behaupten gar journalistisch Tätige – trotz der unglaublich zahlreichen Interneteinträge. Gerade die Internetmöglichkeiten haben insbesondere unter den Jüngeren ein geradezu erstaunliches Interesse geweckt; die nationalen und internationalen Veranstaltungen, bei denen Esperanto das Austauschmedium ist, verzeichnen einen  ungeahnten Zulauf.

Die Mitglieder im Kronacher Arbeitskreis sind sich einig, dass neben der eigenen sprachlichen Weiterentwicklung auch die Aufklärung über die Sprachensituation allgemein und über den Beitrag des Esperanto zu deren befriedigender Lösung angepackt werden muss.

Armin Grötzner

 

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