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Erste Zusammenkunft der Kronacher Esperanto-Freunde im Jahr 2010
Das erste Treffen des Arbeitskreises Esperanto in der Kronacher Volkshochschule im Jahr 2010 erinnerte die Teilnehmer noch einmal an die Feiern zum 150. Geburtstag des Begründers der Internationalen Sprache, Dr. Ludwig Zamenhof, am 15. Dezember 2009. Über das ganze vergangene Jahr hin hatte an den jeden Mittwoch stattfindenden Abenden wieder der Inhalt von Briefen oder E-Mails, die mit ausländischen Sprachfreunden ausgetauscht werden, einen wichtigen Bestandteil der gemeinsamen Gespräche gebildet.
Diese Mitteilungen enthalten außer Kurzberichten über das Gruppenleben auch interessante Texte zu geschichtlichen Begebenheiten – oft in Kopien aus der dortigen Presse und dazu gefertigten Übersetzungen – oder zu literarischen Zeugnissen, die von der jeweiligen Gruppe zur Übersetzung ausgewählt worden sind. So schickte Yvette Veslin, die Vorsitzende des Esperanto-Klubs in Hennebont, angeregt durch die Berichte über den Fall der Mauer in Deutschland vor zwanzig Jahren, eine Übersicht über all die Mauern, die heute rund um die Welt Staaten und Menschen trennen, insgesamt 21.000 Kilometer. Ihr Vorgänger im Klubvorsitz, Fred Le Magadure, berichtete von dem Schicksal des französischen Schiffes „Isere“, das 1866 gebaut worden war und von dem bretonischen Hafen Lorient aus im Jahre 1866 hundert Tonnen Eisen und Kupfer für den Bau der großen Freiheitsstatue nach New York gebracht hat, zum Schluss den deutschen U-Booten in Lorient als Anlegestelle diente und von den Deutschen im Mai 1945 versenkt wurde. Da dieses Schiff, im Schlamm versunken, nicht zu heben ist, können nur Taucher „kun emocio (mit innerer Bewegung) den ehrwürdigen Transporter der Freiheit“ aufsuchen.
Ein ausführlicher Bericht der Kronacher Gruppe über das von Willi und Dr. Katja Zaich zusammengestellte Buch über das Kronacher Judentum und dessen Untergang hat auch bei den befreundeten Gruppen ein Echo gefunden: Fred Le Magadure berichtete vom Schicksal der Juden in der Bretagne, insbesondere einem aus Bessarabien dorthin geflüchteten Ehepaar, das von französischen Polizisten den Deutschen übergeben und im polnischen Sobibor ermordet wurde. Aus Kiskunhalas schickte Agnes Bognar die esperantosprachige Übersetzung der schrecklichen Erlebnisse in den Konzentrationslagern von Auschwitz und Buchenwald aus der Feder des ungarischen Nobelpreisträgers Imre Kertész, den „Roman eines Schicksallosen“.
Besonders angerührt fühlten sich die Mitglieder der Kronacher Esperanto-Guppe von der Reaktion des ihnen seit seinem Comenius-Vortrag in Ziegelerden und durch mehrere Begegnungen im tschechischen Usti nad Labem befreundeten, inzwischen emeritierten Rektors der dortigen Universität, Prof. Vlastimil Novobilsky. Da Armin Grötzner während seiner Buchvorstellung auch das an der Donau liegende Konzentrationslager Mauthausen erwähnt hatte, offenbarte Novobilsky, „ke tie estis murdita la 7an de majo 1942 mia patro“ (dass dort am 7. Mai 1942 mein Vater ermordet worden ist).
Mit Genugtuung entnahmen die Kronacher Esperanto-Freunde dem Neujahrsschreiben von Prof. Novobilsky das Lob für ihre Esperanto-Übersetzung der Erzählung „Langsamer Walzer“ von Günter Grass: Er habe den Text mit Vergnügen gelesen und bewundere „die reife sprachliche Leistung“.
Dieser Text kann neben anderen auch im Internetz nachgelesen werden. Die Mitglieder des Arbeitskreises würden sich auch über weitere Interessenten an ihrer Sprache und den damit möglichen internationalen Kontakten freuen.
Armin Grötzner
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Hier finden Sie eine Fotoschau von der BELO-Tagung im Oktober 2003 in Kronach
Ĉi tie vi trovas bild-prezentadon de la BELO-kunveno en oktobro 2003 en Kronaĥ